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Montag, 10.12.2018

Geschaffenes und Ausblicke

Heute ist leider von der im Jahr 1945 noch vorhandenen gestalteten Parkfläche nur etwa ein Drittel mit einer Grösse von 1,5 Hektar erhalten. Allerdings hatte der Park schon vor dem Jahr 1945 nicht mehr die Ausdehnung, die noch auf Landkarten des 19. Jahrhunderts zu sehen ist. Der Park in seiner heutigen Gestalt leidet aber am stärksten unter den Eingriffen, die ab dem Jahr 1945 durch die Eigentümer der im Zuge der sogenannten Bodenreform aus dem Parkgelände neu gebildeten Grundstücke vorgenommen wurden: rücksichtslos wurden Parkbäume, unter anderem Ulmen und Eichen, gefällt sowie Wege und Kleingehölze beseitigt und damit die ursprüngliche weitläufige Gestaltung des Parks zerstört. Das beim Schlossgebäude verbliebene Teilgrundstück des ehemaligen Parks wurde zur Brennholzgewinnung und als Deponie für Hausmüll, Unrat und Bauschutt genutzt und der Park der Verwahrlosung überlassen. Nach dem Jahr 1989 wurden durch die Gemeinde Arzberg als Eigentümerin des Grundstücks im Park Ausholzungsarbeiten durchgeführt. Es ist nicht bekannt, ob dabei Altbäume aus der Zeit vor 1945 beseitigt wurden.

Nach dem Erwerb des Schlossgebäudes und des damit verbundenen Teilgrundstücks des ehemaligen Parks wurde im Jahr 2002 eine Beräumung etwa der Hälfte der Grundstücksfläche durchgeführt, indem der Boden grossflächig um ca. 15 Zentimeter abgetragen wurde. Auf diese Weise konnte die Verunreinigung des Erdreichs als auch der Wildwuchs beseitigt werden und die Altbäume konnten freigestellt werden. Im Zuge dieser Beräumung war es leider unumgänglich, auch Sträucher zu beseitigen, so dass sich heute die Parkfläche zum grössten Teil ohne eine Strukturierung durch Sträucher darstellt. Einige Altbäume gingen zudem seit dem Jahr 2000 durch Stürme oder durch die notwendige Beseitigung aufgrund fehlender Standsicherheit verloren. Die abgegangenen Bäume werden aber immer umgehend nachgepflanzt, und es wird dabei zusammen mit der Pflanzung von Bäumen an zusätzlichen wohlausgesuchten Stellen das Ziel verfolgt, in 100 Jahren eine mit prächtigem Altbaumbestand versehene Parkanlage bewundern zu können. Doch auch schon jetzt erfreuen die aus der biologischen Landbau betreibenden Baumschule Schäfer bei Meissen stammenden Hainbuchen, Stieleichen, Bergahorne, Sommerlinden, und andere Bäume, besonders aber auch diejenigen Bäume, die aus im Park gefundenen Sämlingen als autochthone Bäume gezogen wurden.

Ein gartendenkmalpflegerisches Gutachten mit einem Plan zur Wiederherstellung der ursprünglichen Wegeführung und zu der Bepflanzung im Sinne der früheren Parkgestaltung existiert seit dem Jahr 2008, und dient als Grundlage für die von Jahr zu Jahr durchgeführten Massnahmen wie zum Beispiel für den Wiederaufbau des historischen Parkeingangstores, das nach dem Jahr 1945 beseitigt worden war. Bei der Wiederherstellung eines Parks muss allerdings in Dekaden gerechnet werden, und deshalb ist auch die Wiederherstellung von Blickbeziehungen, allem voran der Blick von der Schlossauffahrt auf den Höhenzug der Dahlener Heide, eine Aufgabe, der sich erst in späteren Jahren zugewendet werden kann, wenn jetzt noch in menschlichen Unzulänglichkeiten begründete vorhandene Hindernisse im Zeitablauf endlich weggefallen sind. Eine zusätzliche Aufgabe ist der Erhalt und die Wiederherstellung der umliegenden Kulturlandschaft - ob das der schleichende Verlust der Artenvielfalt der Obstbäume an den Wegen und Strassen ist, der - wiederum schleichende - Verlust des typischen Baumbestands aus Ulmen, Eichen und Weiden entlang des Elbeufers, und der - noch einmal schleichende - Verlust an für die Gegend um Pülswerda typischen Bäumen der Elbauenwiesen wie Holzapfel und Holzbirne.

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